Die Suche nach dem richtigen Webdesigner
Sie
haben sich entschlossen, eine Homepage oder auch Briefpapier, Vistenkarten
und/oder Flyer gestalten zu lassen. Nun stehen Sie vor der Entscheidung,
wem Sie Ihren Auftrag zukommen lassen. In Anbetracht des reichhaltigen
Angebots, das man im Internet findet, ist es nicht so einfach, einen
Anbieter auszuwählen. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle
einige Tipps und Hinweise geben. Auch wenn es sich hierbei um meine
ganz persönliche Einschätzung handelt, so basiert sie doch
auf meiner eigenen Erfahrung und vielen Berichten von Kunden, die leider
schon schlechte Erfahrungen machen mussten, ehe sie zu mir kamen.
Nehmen Sie sich Zeit
Gerade wenn es sich um einen größeren Auftrag und/oder eine geplante längerfristige Zusammenarbeit handelt, sollten Sie ganz in Ruhe viele Angebote prüfen. Schließlich geht es um Ihr Geld, das Sie in gute Arbeit investieren möchten. Besonders dann, wenn es um die Gestaltung und Erstellung einer Homepage geht, liegt es nahe, das Internet für Ihre Suche zu nutzen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Suchmaschinen
Google, Yahoo, Live - welche Suchmaschine Sie auch nutzen, gestalten Sie Ihre Suche konkret. Mit dem Suchbegriff "Webdesign" allein liefert Google Ihnen ca. 84 Millionen Ergebnisse. Wenn Sie Ihren künftigen Webdesigner gern persönlich kennenlernen möchten, bietet es sich an, die Suche über einen Ortsnamen einzugrenzen, also z. B. "Webdesign Herne". Wer hier auf den vorderen Plätzen zu finden ist, versteht in der Regel etwas von Suchmaschinenoptimierung - ein Punkt, der auch für Ihre eigene Homepage nicht ganz unwichtig ist.
Webverzeichnisse und Webkataloge
Auch hier werden Sie viele Ergebnisse finden, allerdings sagt die Positionierung nichts über die Kompetenzen des Webdesigners aus. Geben Sie nichts auf Bewertungen, die in einigen Verzeichnissen möglich sind. Bei sehr schlechten Bewertungen liegt oft die Vermutung nahe, dass hier ein missgünstiger (und unfairer) Mitbewerber negativ abgestimmt hat. Auch gute Bewertungen haben kaum Aussagekraft: Einige Webdesigner geben sich gern selbst die volle Punktzahl, um im Rating nach oben zu klettern.
Kleinanzeigenmärkte
Selbst die kostenlosen Anbieter für Kleinanzeigen werden von Webdesignern nicht allzu häufig genutzt. Ihre Ausbeute wird hier also möglicherweise eher gering sein.
Eine weitere Möglichkeit: Fragen Sie im Bekanntenkreis oder bei Geschäftspartnern nach einem Webdesigner. Wer gute Erfahrungen gemacht hat, wird diese sicher gern mit Ihnen teilen - und Sie andersherum bei negativen Erlebnissen vor einer Zusammenarbeit warnen.
Der erste Eindruck zählt
Bei Ihrer Suche haben Sie nun also etliche Internetadressen von Webdesignern gefunden. Nun wird es Zeit, diese Seiten zu besuchen und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.
- Optik: Gefällt Ihnen die Webseite des Anbieters? Hat sie etwas Außergewöhnliches, lädt sie zum Stöbern ein oder finden Sie sie einfach nur langweilig und nichtssagend? Die Homepage einer Webdesign-Agentur ist ihr wichtigstes Aushängeschild. Wird hier nachlässig und unkreativ das eigene Angebot präsentiert, kann man sehr wahrscheinlich auch kein umwerfendes Ergebnis in Bezug auf die eigene Internetpräsenz erwarten.
- Benutzerfreundlichkeit: Finden Sie das, was Sie suchen? Ist die Navigation klar gegliedert oder wild über die ganze Seite verstreut?
- Informationen: Ein engagierter Webdesigner ist stolz auf seine Arbeit und präsentiert sie gern. Darüber hinaus liefert er Ihnen alle Informationen, die Sie im Vorfeld interessieren.
- Fehler: Eigentlich sollte man meinen, dass ein Homepagegestalter
in der Lage ist, eine fehlerfreie Webseite zu erstellen. Dies bezieht
sich auf die Technik, d. h. sauberer Quellcode nach aktuellen Webstandards.
Sie können die Seite des Anbieters selbst darauf überprüfen,
und zwar mit dem
HTML-Validator.
Ein paar Fehler sind nicht allzu tragisch, aber wenn es in den zweistelligen
Bereich geht, muss man sich schon sagen: "Außen hui, innen
pfui." Wenn Sie darüber hinaus noch über etliche Rechtschreib-
und Verlinkungsfehler stolpern, spricht das nicht gerade für
sorgfältige Arbeit. - Die perfekte Webseite gibt es nicht. Keine Webseite wird jedem Besucher zu 100% gefallen. Schönes Design ist immer eine Frage des Geschmacks - worauf es zunächst ankommt, ist, dass die Seite Ihnen gefällt und Sie Interesse verspüren, mehr zu erfahren.
Was wollen Sie - was bietet der Webdesigner?
Die Möglichkeiten zur Homepagegestaltung sind vielfältig,
und jede Agentur setzt andere Schwerpunkte. Planen Sie ein Web-Projekt
mit ausgeklügelten Techniken, brauchen Sie natürlich jemanden,
der sich genau damit auskennt. Bei sehr umfangreichen und sehr technischen
Webseiten ist oftmals eine größere Agentur die bessere Wahl,
weil dort Spezialisten mit unterschiedlichen Fachgebieten zusammen arbeiten.
Wünschen Sie sich eine reine Flash-Seite, sollten Sie jemanden
suchen, der sich genau darauf spezialisiert hat. Kleinere und mittelständische
Betriebe, die eine repräsentative und schöne Homepage ohne
viel Schnick-Schnack benötigen, wählen zu Recht gern eine
kleine Agentur oder eine Einzelperson und finden hier im Idealfall eine
sehr persönliche und unkomplizierte Betreuung.
Schauen Sie also als nächsten Schritt unbedingt in die Referenzen
und gleichen Ihre Vorstellungen mit dem ab, was der Webdesigner bietet.
Bei einem Blick auf die bereits gestalteten Webseiten erkennen Sie schnell
den Grundstil des Designers und finden so heraus, ob dieser Ihnen grundsätzlich
zusagt oder nicht.
Transparenz
Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht, aber fühlt man
sich nicht wohler auf einer Webseite, die nicht nur die allernötigsten
Informationen bietet, sondern auch einiges darüber hinaus? Es ist
nicht nur umständlich und etwas lästig, spezielle Dinge telefonisch
oder per Mail erfragen zu müssen; die Frage bleibt, warum auf der
Homepage nichts darüber zu finden ist. Möglich, dass Sie eine
sehr spezielle Frage haben und der Webdesigner einfach an diese Thematik
noch gar nicht gedacht hat, aber das ist nicht der Regelfall. Schauen
Sie auch ins Impressum, ob Sie dort alle notwendigen Daten finden. Je
mehr Sie über den Webdesigner bzw. die Agentur herausfinden können,
desto eher können Sie ein Gefühl dafür kriegen, ob Sie
sich eine Zusammenarbeit vorstellen können.
Mein persönliches rotes Tuch sind die Webdesigner, die ihren Job
ganz allein ohne Mitarbeiter ausführen, auf ihrer Homepage aber
überall "wir" schreiben und von "unserem Team"
erzählen. Zugegeben: So habe ich es in der Anfangszeit auch gemacht
- weil es alle machen. Bei näherer Betrachtung finde ich es aber
ganz schön unehrlich und nicht gerade eine gute Grundlage für
Offenheit und Vertrauen.
Preise für Webdesign vergleichen
Nehmen Sie sich in Acht vor allzu günstigen Angeboten. Natürlich
sind sie verlockend! Aber: Was nichts kostet, ist auch nichts wert.
Niemand arbeitet ernsthaft umsonst oder zu Schleuderpreisen. Wenn Sie
eine individuelle und professionelle Homepage haben möchten, so
hat diese auch ihren Preis. Billiganbieter liefern entweder ziemlich
peinliche Ergebnisse oder ködern Sie mit günstigen Lockangeboten,
um Ihnen an anderer Stelle das Geld aus der Tasche zu ziehen. Meine
Meinung: Kostenlose (oder nahezu kostenlose) Homepage-Angebote sind
für Privatleute okay. Ein Unternehmen aber schadet seiner Außenwirkung,
wenn es auf eine Billig-Homepage zurückgreift. Sparen muss heutzutage
fast jeder, aber bitte nicht an der falschen Stelle.
Beim weiteren Preisvergleich können Sie nach Komplettangeboten
und allgemeinen Stundensätzen schauen. Ich persönlich sehe
keinen Grund, mit Preisen hinterm Berg zu halten. Natürlich sind
die meisten Homepage-Aufträge so individuell, dass man nicht ohne
Weiteres einen Pauschalpreis veranschlagen kann, aber als ungefährer
Richtwert sind Komplettangebote durchaus hilfreich. Trotzdem ist ein
genauer Vergleich hier fast unmöglich, da die angebotenen Leistungen
doch stark differieren. Das günstigste Angebot ist nicht zwangsläufig
das beste.
Schauen Sie auch beim Stundensatz genau hin, soweit der Anbieter diesen
auf seiner Homepage nennt. Wie wird hier abgerechnet? Zahlen Sie pro
angefangener Stunde? Da kann das nachträgliche Einfügen eines
Bildes enorm teuer werden. Ein niedriger Stundensatz muss nicht im Endeffekt
die niedrigste Rechnung bedeuten. Wer weiß, wie lange derjenige
an einer Aufgabe sitzt? Ich handhabe es z. B. so, dass ich im Viertelstundentakt
abrechne und der ungefähre Zeitaufwand von Aktualisierungsaufträgen
vorher erfragt werden kann.
In Kontakt treten - der Sympathie-Faktor
Wenn Sie nun nach eingehendem Studium der unterschiedlichen Anbieter
einige "Finalisten" in die engere Wahl gezogen haben, wird
es Zeit für den ersten persönlichen Kontakt. Ob Sie dabei
anrufen oder eine Email schicken möchten, bleibt natürlich
ganz Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Die Reaktionszeit
kann Aufschluss über Schnelligkeit und Interesse des Webdesigners
geben. Auf eine Mail sollten Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden
eine Antwort bekommen (Wochenende und Feiertage freilich ausgenommen).
Begegnet Ihnen am Telefon nur ein Anrufbeantworter, hinterlassen Sie
Ihre Nachricht und warten Sie auf einen Rückruf. Besonders bei
Einzelpersonen, die Webdesign anbieten (so wie ich), kann es verständlicherweise
eher einmal vorkommen, dass gerade niemand erreichbar ist, wenn ein
Termin außer Haus vorliegt. Ein Rückruf sollte aber spätestens
am nächsten Tag erfolgen.
Fragen Sie nach einem unverbindlichen Gesprächstermin. Ich empfinde
ein persönliches Kennenlernen für den Kunden als sehr hilfreich.
Wenn Sie im Laufe dieses Gesprächs merken, dass Sie sich mit der
Person nicht wohlfühlen, ist das keine optimale Basis für
eine gute Zusammenarbeit. Klären Sie vorher, ob dieses erste Treffen
für Sie tatsächlich kostenlos ist, damit Sie später keine
böse Überraschung erleben.
Der Beginn einer guten Zusammenarbeit
Wie gesagt, gegenseitige Sympathie und ein gewisses Vertrauen halte
ich für die besten Grundvoraussetzungen für eine gute Geschäftsbeziehung.
Fragen Sie, wenn Sie möchten, nach einem schriftlichen Vertrag,
in dem so präzise wie möglich aufgeführt werden sollte,
welche Arbeiten der Webdesigner erledigen soll und welche Verpflichtungen
Sie als Kunde dabei eingehen. Im schlimmsten Fall haben Sie später
damit etwas in der Hand, falls es zu einem Rechtsstreit kommt.
Nicht jede Unstimmigkeit muss gleich in einem Rechtsstreit enden. Zwar
können Sie Ihrem Webdesigner auch nur bis auf die Stirn schauen,
aber fühlen Sie ihm (oder ihr) in Sachen Kulanz, Kompromissbereitschaft
und Flexibilität auf den Zahn.
Vielleicht konnte ich Ihnen ein wenig helfen bei Ihrer Suche nach dem passenden Webdesigner. Sicher sind einige Einschätzungen subjektiv, aber Sie können ja selbst entscheiden, welche Ratschläge Sie beherzigen möchten.
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